Die Sonne verschwindet
langsam am Horizont, das Wasser färbt sich orange. Die letzten Vögel
zwitschern ihr Lied, bis auch sie verstummen um morgen früh wieder
von neu zu beginnen.
Unsere Füße baumeln.
Ich betrachte sie und
dann betrachte ich die Jeans auf ihren Beinen.
Wir sitzen einfach nur
da.
„Es tut mir leid“,
sagt sie. Das sagt sie ständig! Immer tut ihr alles leid, dabei ist
es noch nicht mal ihre Schuld.
Ich rutsche nervös hin
und her, weil ich nicht weiß, was ich sagen soll. Die ganze
Situation ist ziemlich unangenehm. Vorsichtig schaue ich auf ihre
Hände. Ruhig und zusammen gefaltet liegen sie in ihrem Schoß. Und
sie sind so wunderschön! Als ich merke, wie auch sie mich anblickt,
schaue ich angestrengt auf das Wasser, das leicht hin und her
schaukelt, während die Sonne darin versinkt. Immer wieder bringt es
kleine Wellen an Land, die kurz darauf wieder zurück schwappen.
Allein dieses kleine Geräusch macht mich wahnsinnig. Das Rauschen
der Blätter im Wind macht mich wahnsinnig.
Wann war es das letzte
Mal so laut, obwohl niemand etwas sagt?
„Es ist okay“, sage
ich einfach. Obwohl ich nicht weiß, ob das stimmt. Hauptsache es ist
nicht mehr dieser Lärm zwischen uns. Dieser Lärm, der sich
anschleicht, sich um meine Kehle legt, mir den Atem nimmt. Damit ich
endlich still bin. Damit ich nicht mehr so einen Unsinn rede.
Durchdringend schaut sie
mich an. Sie hat verstanden. Sie hat sofort verstanden, dass es nicht
okay ist. Noch vor mir hat sie das verstanden!
Und da bricht sie
innerlich zusammen. Ich scheine zu spüren, wie ihre Stimme zu Staub
zerfällt. Still fängt sie an zu weinen.
Ihre Hände tropfen auf
den Boden. Die Tränen umklammern ihr Gesicht. Sie wollen nicht
fallen, rollen widerwillig ihre Kehle hinab.
„Hey…“
Ich warte.
„Was ist los?“
Sie schaut mich an. Ihre
Stimme ist brüchig, sie bringt all ihre Kraft auf, um sie
schließlich mühsam aus dem Mund zu schieben. Schließlich torkeln
die Worte langsam über ihre Lippen. Sie sagt: „Du bist mein bester
Freund.“ Die Tränen lassen ihr Gesicht dampfen, sie gleiten nun
willig über ihre Wangen. Schlingern. Als wären sie betrunken.
„Ich weiß.“
Mit solchen Worten kann
man einen Mann umbringen.
Ohne Waffe.
Ohne Kugel.
Nur fünf Worte. Und ein
Mädchen.

ist super geschrieben ;D
AntwortenLöschenIch find sie auch sehr gut. in dem nachdenklichen stil. nur dass Hände auf den boden tropfen und tränen ein gesicht umklammern wusste ich noch nicht;) ach ja ich liebe geschichten die aus der sicht eines jungen mannes geschrieben ist, denn das ist selten und höchst spannend :D
AntwortenLöschenDoreen